Sex

Indisches Pärchen
xxxxPärchen aus dem indischen Kamasutra
  Guten Sex zu haben gehört zu den aufregendsten und schönsten Erlebnissen, die man in einem physischen Körper erfahren kann. Wer anderer Ansicht ist, hat noch nie wirklich guten Sex gehabt! Mit gutem Sex meine ich jede Art von Sex, bei dem alle Beteiligten genau das miteinander teilen, worauf sie Lust haben und dabei glücklich sind, egal welche der unzähligen Spielarten sie auch gerade bevorzugen mögen.

Auf der körperlichen Ebene sind wir in der sexuellen Vereinigung dem Göttlichen am nächsten. Unsere begrenzte Individualität vorübergehend zu überwinden und mit dem Partner zu einer größeren Einheit zu verschmelzen - welche Seligkeit liegt darin!

Und welche Ekstase! Nur hier, in dieser größeren Einheit unserer Verschmelzung, sind wir unserer eigenen Göttlichkeit nahe genug, um neues Leben zu erschaffen. Aber selbst wenn wir das nicht vorhaben sollten, fließt bei gutem Sex göttliche Lebenskraft durch jede Faser unseres Seins und läßt uns pulsieren, glühen und von innen heraus leuchten.

Allerdings gibt es noch andere Ebenen als nur die körperliche, auf der wir Göttlichkeit erfahren können. Mit Ekstasen, die unser ganzes Wesen noch viel tiefer erfassen können, als es der beste Sex jemals könnte! Denn selbst das beste sexuelle Erlebnis hat einen Nachteil: Es ist irgendwann zuende. Wir kriegen jedes Mal nur ein kleines Krümelchen Ekstase, damit wir nicht vergessen, dass da irgendwo der große Kuchen Göttlichkeit auf uns wartet. Denn unser Wunsch nach Vereinigung unserer Körper ist nur ein Ausdruck unseres Wunsches nach unserer eigentliche Vereinigung mit dem Göttlichen, unserem Zuhause. Und da physische Körper nun mal begrenzt sind, ist der Ausdruck unseres Wunsches durch sie natürlich ebenso begrenzt.

Das ist der Nachteil beim Sex. Na und? Solange wir uns dieses Nachteils bewusst sind, ist da kein Problem. Wir sind Seelen, die sich in menschlichen Körpern aufhalten. Warum sollten wir dann nicht genießen, was den Körpern offensichtlich soviel Freude macht? Die sexuellen Vorlieben unserer Körper müssen nicht einmal mit uns selbst etwas zu tun haben. Sie können durch Konditionierung der Gesellschaft, Erziehung, frühere Leben und so weiter entstanden und geprägt worden sein. In Zweifelsfalle ist es besser, die eigenen Moralvorstellungen zu erweitern und seine wie auch immer geartete Sexualität zu genießen, als gegen sie anzukämpfen. Und seine sexuellen Grenzen durch behutsames Experimentieren mit neuen Erfahrungen zu erweitern, um damit auch das eigene Bewusstsein und die eigene Genussfähigkeit auszudehnen.

Ein Problem entsteht erst, wenn wir aus lauter Begeisterung über die verschiedensten süßen fleischlichen Wonnen aus den Augen verlieren, wer wir wirklich sind, und beginnen uns mit unserem physischen Körper zu verwechseln. Dann wird unser Sex vom Wegweiser zum dauerhaften Selbstzweck, und wir stagnieren in der Sackgasse der animalischen Ersatzbefriedigung. Da ein Teil von uns immer noch spürt, dass dies auf Dauer nicht ausreicht, versuchen wir diesen Mangel mit immer mehr Sex auszugleichen, was natürlich nicht klappt, sondern nur unsere Suche zur Sucht geraten läßt.

Also aufgepaßt! Ebenso groß wie das Vergnügen ist auch die Gefahr, sich mit Sex abzulenken und so eine Zeit lang in der eigenen Entwicklung nicht vom Fleck zu kommen.
Manche Leute merken das und würden dann gerne frei werden von dem ewigen Kreislauf Erregung-Anstrengung-Befriedigung-Neue Erregung. Aber der Umgang mit den starken Gefühlen und Energien der Sexualität will gelernt sein. Das Thema läßt sich auf Dauer nicht beiseite schieben - wenn du es verdrängst, bist du es nicht wirklich los, sondern hast es nur vorübergehend aus deinem Blickwinkel geschoben. Ein Leben voll verdrängter Sexualität kann durchaus ein Folgeleben als Stricher oder Prostituierte mit sich bringen!
  Noch ein indisches Pärchen

Solange du nicht die Lernaufgabe Sexualität vollständig integriert hast, wird sie sich immer wieder bei dir melden, ob du nun in einer Höhle im Himalaya lebst oder in einer Großstadt, ob du Feuerreinigungszeremonien zur Läuterung deiner sexuellen Begierden machst oder ein Zölibatsgelübde ablegst.

Mit anderen Worten: Es klappt nicht aus einem Beschluß heraus einfach auf die Sexualität zu verzichten, weil man schon gerne weiter wäre und sie endlich abgeschlossen hätte! Das ist so als würde ein Kind seine Spielsachen beiseite legen, weil es beschlossen hat, dass es jetzt erwachsen sein will. Statt dessen verliert das Kind von selbst sein Interesse an seinen Spielsachen, wenn es erwachsen ist, weil es aus ihnen nichts mehr lernen kann. Und so wird sich auch nach der vollständigen Integration des Themas Sexualität von selber das Interesse an ihr legen.

Bis dahin: Genieße! Erlaubt ist was allen Beteiligten gefällt. Erfreue dich dran - hab Spaß damit. Und lerne. :-)