Luftbetriebene Autos
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"Mexikaner und Österreicher waren schon da, auch
Gesprächspartner aus China, Kuba und Ägypten zeigten
reges Interesse. Technikexperten und Fahrzeugingenieure
aus aller Welt bestaunen im südfranzösischen Brignoles
ein Aggregat in der Größe von zwei Schuhkartons: Ein
Motor, der mit Luft läuft. Kein fauler Zauber, sondern gewissenhafte Tüftelei: Mit 24 Patenten verfeinerten die 20 Mitarbeiter der Firma MDI ein Prinzip, das schon Formel-1-Motoren und Flugzeugtriebwerke startet, zur Serienreife für Autos. Dabei dehnt sich komprimierte Luft durch Erhitzung schlagartig aus und liefert so Energie für den 30 PS Motor. Der mit Kevlar umwickelte Luftbehälter sitzt unter dem Fahrzeug und wird mit einem Druck von 300 Bar gefüllt, was 100 m³ Treibluft ergibt. Nach 200 Kilometern schließt der Fahrer den Bordkompressor an eine Steckdose an, vier Stunden später ist der Behälter mit luftiger Energie gefüllt für etwas 3 DM Stromkosten. Im Grunde ist das MDI-Vehikel ein Elektromobil mit Preßluftspeicher. Vor allem
Flottenbetreiber im Großstadtverkehr sieht MDI-Chef
Martin Marschner als Kunden. Folglich bietet er sein
Druckluftauto vorerst nur als Taxi und Lieferwagen an.
"Im Franchise-Verfahren", hofft der ehemalige
Hamburger, "könnten weltweit bald 60 Partnerfirmen
die Druckluft-Kleinwagen produzieren. " Zwei Unternehmer aus Hamburg und Berlin möchten Ende nächsten Jahres einsteigen. Die Umweltspezialisten unter den Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden sich schon Anfang Juli auf einer Tagung Marschners luftiges Konzept anschauen. Diese Weiterentwicklung verfügt für längere Strecken noch über einen zusätzlichen , besonders sparsamen Otto-Motor: Damit wäre der französische MDI ein weiteres Automobil mit dem Prädikat "Drei Liter Auto"." Quelle: Focus 24/ 1999 |
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